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So wird ein feuchter Keller wieder trocken

Wenn es im Keller feucht wird, ist es Zeit zum Handeln. Denn zu Feuchte und Nässe gesellt sich früher oder später der Schimmel – und der gefährdet nicht nur Ihr Gebäude, sondern auch Ihre Gesundheit.

Wenn es im Keller feucht wird, ist es Zeit zum  Handeln.

Ist der Keller feucht, kommt es zunächst darauf an, die Ursache zu erkennen. Dann gibt es viele Möglichkeiten, den Schaden zu beheben – etwa durch eine gründliche Abdichtung von außen oder durch Bohrlochinjektionen.

Fotos:  iStock/Bjoern Meyer

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Der Geruch modrig, die Wände zieren hässliche Flecken und der Putz blättert – viele Hausbesitzer haben mit einem ernsten Problem zu kämpfen: Ein feuchter Keller. Mögliche Ursachen gibt es viele. Und nicht immer ist gleich eine aufwendige und teure Sanierung nötig. Zunächst muss aber der Grund für die Feuchtigkeit genau erkannt werden. Dies kann nur ein Fachmann, etwa ein Sachverständiger für Mauerwerkssanierungen. Dieser kontrolliert dann zunächst den feuchten Keller auf Herz und Nieren, auch unter Zuhilfenahme elektronischer Messgeräte und Messsonden (Feuchtigkeitsmessung).

 

Gründe für einen feuchten Keller

Grund-, Regen- und Kondenswasser oder gar ein defektes Rohr: Ein feuchter Keller kann viele Ursachen haben. Bevor Hausbesitzer Gegenmaßnahmen einleiten, sollten sie klären, wo genau das Problem liegt.

 

  • Aufsteigende Feuchtigkeit/Mangelhafte horizontale Abdichtung
    Insbesondere in Altbauten ist der Grund für feuchte Keller oft eine fehlende oder mangelhafte horizontale Abdichtung, wodurch Feuchtigkeit aufsteigen kann. Grundwasser oder rückstauendes Wasser drückt dabei ins Mauerwerk. Dem entgegenwirkende (sogenannte) Horizontalsperren sind heute in Neubauten Standard, doch in Altbauten sind sie entweder gar nicht erst vorhanden (vor allem in den bis in die 60er-Jahre gebauten Häusern) oder undicht. Eine Abdichtung kann nachträglich von außen oder von innen eingezogen werden.

 

  • Vertikale Durchfeuchtung (seitlich eindringend)
    Feuchtigkeit kann auch seitlich direkt durch die Kellerwände eindringen. Das nennt man dann vertikale Durchfeuchtung. Ursachen sind meist ein Riss oder ein Defekt an der Bitumenschicht, die beim Kellerbau aufgetragen wird, um den Raum wasserdicht zu versiegeln. Früher waren die beim Bau verwandten Materialien noch nicht von so guter Qualität. „Es gab zum Beispiel keinen WU-Beton (WU steht für wasserundurchlässig) und keine Dickbeschichtung“, erklärt Sven Reuter, Bauexperte, Käuferberater und Hauscoach der Sparda Immobilien GmbH (siehe auch unser Interview.). Seit 2002 gibt es die Abdichtungsverordnung und seither, so Reuter, seien Keller auch wesentlich besser abgedichtet.

 

  • Falsches Lüften
    Falsches Lüften ist ein häufiger Grund für einen feuchten Keller. Insbesondere sollte nicht gelüftet werden, wenn die Außentemperatur höher ist als die Innentemperatur, rät Bauexperte Reuter. Also lieber abends und nachts als tagsüber. Auch empfiehlt es sich, im Winter häufiger zu lüften als im Sommer. „Denn warme Luft transportiert deutlich mehr Feuchtigkeit als kalte.“ Kühlt diese Luft dann im Keller ab, bildet sich Nässe an den Wänden (Kondenswasser).

 

  • Rohrbruch
    Auch ein Rohrbruch kann Ursache für einen feuchten Keller sein. Wie aufwendig dieser zu reparieren ist, hängt davon ab, ob eine freiliegende oder eine verbaute Leitung beschädigt wurde. Ist zum Beispiel nur der Abwasserschlauch einer Waschmaschine kaputt, kann dieser problemlos ausgetauscht werden. Verläuft das beschädigte Rohr in einer Wand oder im Boden, sollte eine professionelle Leckortung durchgeführt und die betroffenen Bauteile wie Kellerwände und -böden im Anschluss gründlich getrocknet und saniert werden.

 

  • Defekte an Drainagen
    Drainagen sorgen dafür, dass Wasser vom Haus weg- oder abgeführt wird. Arbeitet die Drainage nicht richtig, kann es ebenfalls zu Feuchtigkeit im Mauerwerk des Kellers kommen. Insbesondere bei starkem Regen kann auch eine gut funktionierende Drainage mit den Wassermengen überfordert sein und die Kellerwände werden feucht.

 

Experte für Kellersanierung

Haben Sie einen feuchten Keller und brauchen Unterstützung? Hier kann der HausCoach der Sparda Immobilien weiterhelfen. Er berät zu Themen rund um die Modernisierung. 
Die Details auf einen Blick.

Techniken zur Abdichtung

Grafiken: Getifix GmbH

So lassen sich feuchte Keller trocknen

Je nach Ursache der Feuchte können geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Diese sind manchmal längst nicht so aufwendig wie befürchtet.

 

  • Besser lüften
    Wenn ein falsches Lüftungsverhalten Ursache eines feuchten Kellers ist, dann lässt sich leicht Abhilfe schaffen. Ein klassischer Bautrockner hilft, die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten.

 

  • Horizontalsperre neu einziehen
    Um zu verhindern, dass aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit weiter ins Mauerwerk eindringt und dort kapillar (also durch kleinste Hohlräume im Mauerwerk) nach oben steigt, muss eine neue Horizontalsperre eingezogen werden. Dies kann mechanisch erfolgen; nachträglich im Mauerwerk Edelstahlbleche oder Kunststoffplatten einzuziehen, ist allerdings relativ aufwendig. Seit Jahrzehnten bewährt hat sich ein chemisch-physikalisches Verfahren, das unter dem Begriff „Verkieselung“ bekannt ist. Hier wird die Horizontalsperre durch Bohrlochinjektionen hergestellt. Das funktioniert im Prinzip wie eine  künstliche Versteinerung: Eine flüssige Kieselsäureverbindung oder andere Stoffe werden so tief wie möglich in die Wand eingebracht, das Mauerwerk erhält so wieder Festigkeit und wird wasserundurchlässig. Auch dieses Verfahren ist relativ aufwendig, allerdings in der Regel auch besonders wirtschaftlich, wenn es darum geht, das Mauerwerk trockenzulegen und Folgeschäden zu vermeiden.

 

  • Vertikalsperre von außen anbringen
    Im Gegensatz zur Horizontalabdichtung verhindert man hierbei nicht die aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk, sondern das seitliche Eindringen von Wasser durch die Kellerwand. Zunächst muss man dafür in der Regel die Außenwand bis zur Gebäudesohle freilegen. Dann wird die Mauer abgedichtet. Dafür gibt es verschiedene Methoden und Materialien. Welches Abdichtungssystem angebracht wird, richtet sich nach der Wasserbeanspruchung: Ist nur mit Bodenfeuchte zu rechnen, mit nicht aufstauendem oder aufstauendem Sickerwasser (versickerndes Regenwasser) oder sogar mit drückendem Wasser (Grundwasser), das ins Mauerwerk dringt? Je nach Ausmaß dieses Feuchtigkeitsrisikos (Lastfall) bestimmt sich die notwendige Abdichtung. Da die Erde rund um das Haus mehrere Meter tief und breit ausgehoben werden muss, erfordert diese Sanierungsmaßnahme den größten Aufwand und kostet leicht mehrere Zehntausend Euro. Allerdings kann oft nur so das Durchfeuchten der Wände dauerhaft unterbunden werden.

 

Die Kosten für das Sanieren des feuchten Kellers richten sich ganz nach der Größe des Schadens, dem erforderlichen Arbeitsaufwand und den dafür zu verwendenden Materialien. Mit 1.000 Euro mindestens sollte immer gerechnet werden; eine komplette Kellersanierung eines Einfamilienhauses kann schnell 40.000 Euro oder mehr kosten. Zur Finanzierung dieser Kosten bieten sich sogenannte Modernisierungsdarlehen an. Einige Banken haben Kredite im Angebot, die nicht ins Grundbuch eingetragen werden müssen und deshalb besonders schnell und unkompliziert ausgezahlt werden können.

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Wenn es im Keller feucht wird, ist es Zeit zum  Handeln.

Foto: Sparda Immobilien Christian Thiem

Keller trocken legen

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Sven Reuter unterstützt bei feuchten Kellern

Sven Reuter, Käuferberater und Hauscoach bei der Sparda Immobilien.

„Feuchtigkeit im Keller muss auf jeden Fall beseitigt werden“

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Foto: Sparda Immobilien GmbH

  •   Interview lesen

    Wenn ich den Verdacht habe, dass mein Keller feucht ist: Was mache ich?

    Reuter: Auf jeden Fall sollten Sie sich an eine Fachfirma wenden oder an einen Gutachter, der für diese Schäden ausgebildet ist und eine entsprechende Zertifizierung hat. Der Experte wird dann drauf schauen und Ihnen raten, wie der Schaden zu beheben ist.

     

    Welche Möglichkeiten gibt es denn dafür?

    Reuter: Das kommt natürlich ganz darauf an, welche Ursache die Feuchtigkeit hat. Manchmal hilft eine kleinere Ausbesserung oder Reparatur. Manchmal ist eine komplette Sanierung des Kellers erforderlich. Es gibt ganz klare Richtlinien, was im Einzelfall zu tun ist. Wenn zum Beispiel die Horizontalsperre kaputt ist, dann muss sie erneuert werden. Und kommt das Wasser von außen, geht kein Weg daran vorbei, aufzugraben und die vertikale Absperrung zu erneuern. Das ist oft sehr aufwendig und kostet bei einem normalen Einfamilienhaus im Schnitt rund 40.000 Euro. Dafür hat man dann aber auch sehr lange Ruhe. Bei kleineren Schäden kostet die Behebung des Problems in der Regel einen überschaubaren Betrag.

     

    Kann man Feuchtigkeit vorbeugen, zum Beispiel indem man richtig lüftet?

    Reuter: Auf alle Fälle. In der Tat entsteht Feuchtigkeit im Keller sehr oft durch falsches Lüften. Zum Beispiel, wenn die Fenster zur unpassenden Tageszeit geöffnet werden. Wenn es draußen wärmer ist als drinnen, sollten die Fenster unbedingt geschlossen bleiben. Ich rate, sich einen Luftentfeuchter aus dem Baumarkt zuzulegen, den gibt es schon für einen kleinen dreistelligen Betrag und die Investition lohnt sich. Denn diese Geräte sorgen dafür, die Luftfeuchtigkeit im Keller auf dem empfohlenen Wert zwischen 45 und 55 Prozent zu halten. Das ist auch wichtig, um der eingebauten Feuchtigkeit in Neubauten entgegenzuwirken. In den ersten fünf Jahren müssen zum Beispiel Betonwände erst einmal richtig austrocknen und geben in dieser Zeit natürlich eine Menge Feuchtigkeit ab.

     

    Jetzt mag es manchen geben, der sagt: Ach, ein bisschen Feuchtigkeit im Keller, das lasse ich einfach mal so, der Keller ist doch nur ein Lagerraum …

    Reuter: Das ist keine gute Idee. Feuchtigkeit im Keller sollte in jedem Fall beseitigt werden. Schon wegen der drohenden Schimmelbildung. Wenn Sie die falschen Sporen im Haus haben, kann es gesundheitsschädlich werden. Zudem ist das Raumklima in einem feuchten Keller einfach unangenehm. Wichtig ist, nicht lange abzuwarten. Feuchtigkeitsschäden werden mit der Zeit in der Regel immer größer. Steine werden zum Beispiel irgendwann so weich, dass man sie aus der Wand kratzen könnte. Der Keller ist allerdings die Basis – darauf steht das Haus, er sollte stabil und ordentlich in Schuss sein. Ich vergleiche das gern mit einem kaputten Autoreifen: Den kann man zwar notdürftig flicken, danach aber nicht mehr mit vollem Tempo fahren. Mein klarer Tipp lautet daher: Was kaputt ist, ist kaputt und sollte repariert werden – das gilt insbesondere für den Keller!

     

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