Auf gute Nachbarschaft? Mit unseren Tipps klappt's auch mit Ihrem Nachbarn!

In einer Nachbarschaft treffen viele unterschiedliche Menschen und Interessen aufeinander. Das birgt Konfliktpotenzial. Wir geben wertvolle Tipps, wie sich ein Streit vermeiden lässt, welche Rechte und Pflichten Sie haben und wie Sie sich im Ernstfall wehren können.

Mit unseren Tipps klappt's mit Ihrer Nachbarschaft!

Ob Wand an Wand oder Garten an Garten – in einer Nachbarschaft leben viele verschiedene Charaktere in unmittelbarer Nähe. Und nicht immer haben alle die gleiche Vorstellung von Rücksichtnahme und Zusammenleben.

Montage HMC (Motive/Illustrationen: iStock/idollisimoman)

Es ist eine Geschichte, wie sie nur das echte Leben schreibt: Über das Nachbarschaftsportal nebenan.de suchte Melanie Sonnenschein nach Ersatz für einen Schrankschlüssel, den ihre kleine Tochter beim Spielen verlegt hatte. Und tatsächlich: Prompt meldete sich eine Nachbarin bei ihr, die den gleichen Ikea-Schrank zu Hause stehen hat. Der Schlüssel passte. Da die hilfsbereite Nachbarin einen Zweitschlüssel hatte, schenkte sie Melanie den anderen.

 

So harmonisch geht es in der Nachbarschaft aber leider nicht immer zu. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK sagte jeder Dritte: Ja, es gab schon mal Streit mit dem oder den Nachbarn.

 

Worüber Nachbarn am häufigsten streiten

Die Lebenswelten von Nachbarn unterscheiden sich manchmal stark. Die junge Familie zum Beispiel lebt einen ganz anderen Alltag als die Studenten-WG von nebenan. Wenn die einen schlafen gehen wollen, geht die Party bei den anderen erst richtig los. Nachbarn haben unterschiedliche Erwartungen an ihr Umfeld – und das birgt Konfliktpotenzial. Laut einer aktuellen Forsa-Studie sind die vier häufigsten Streitthemen unter Nachbarn folgende:

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Starker Lärm durch Hämmern und Bohren zum Beispiel führt häufig zu Streit unter Nachbarn

Lärmbelästigung: 74 %

Der mit Abstand häufigste Auslöser für Streit ist Lärm von nebenan. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr gilt die gesetzliche Nachtruhe. Aber auch außerhalb dieses Zeitraums gilt es, Rücksicht zu nehmen und z. B. nicht um kurz nach 6 Uhr die Bohrmaschine auszupacken, wenn man weiß, dass der Nachbar Langschläfer ist.

Falsch geparkte Autos führen oftmals zu Streit unter Nachbarn

Falsch geparkte Autos: 53 %

Die Einfahrt ist schon wieder zugeparkt? Es bleibt nicht genug Platz zum Rangieren, um in die eigene Garage zu fahren? Oder die Mülltonnen können nicht abgeholt werden, weil der Transporter des Nachbarn den Weg versperrt? Falsch geparkte Autos vom Nachbarn sind laut der Befragung das zweitgrößte Streitthema unter Nachbarn – es bringt 53 % der Befragten zur Weißglut.

Der Traum vom Eigenheim!

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Foto: iStock/oneinchpunch

Nicht eingehaltene Pflichten unter Nachbarn lösen in vielen Fällen Streit aus
Störende Haustiere in der Nachbarschaft sind ein klassisches Streitthema unter Nachbarn

Montage HMC (Motive/Illustrationen: iStock/Askold Romanov)

Nicht eingehaltene Pflichten: 52 %

Wer in einem Mietshaus nicht wie vereinbart das Treppenhaus reinigt oder den Gehweg vor seinem Haus im Winter nicht von Schnee befreit, provoziert Streit. Damit das Zusammenleben Tür an Tür klappt, braucht es gemeinsame Regeln – und die gilt es ernst zu nehmen. Das ist auch eine Frage gegenseitigen Respekts.

Störende Haustiere: 48 %

Es muss nicht gleich ein Elefant sein – auch Hund, Vogel und Katze können den Nachbarn nerven. Zumindest sehen das 48 % der Befragten so. Bei Mietwohnungen bedürfen Haustiere der Zustimmung des Vermieters. Eigenheimbesitzer sind hier deutlich freier. Wer ein Haustier hat, ist aber auch dafür verantwortlich und muss z. B. dafür sorgen, dass es sein Geschäft nicht in Nachbars Garten macht.

Konflikte lösen in der Nachbarschaft

Wenn der Nachbar etwas tut, was einen stört, sollte man das ansprechen. Sonst staut sich der Ärger auf und die Situation eskaliert früher oder später. Wichtig ist, den Nachbarn nicht persönlich anzugreifen, sondern sachlich zu argumentieren. Falls Sie allein nicht weiterkommen und die Konflikte Sie belasten, sollten Sie sich Unterstützung holen.

 

Mieter können sich an den Vermieter wenden und ihn um Hilfe bitten. Wer dauerhaft belästigt wird, z. B. durch Lärm, kann außerdem eine Mietminderung fordern. Achtung: Vorher muss der Vermieter die Möglichkeit haben, den Mangel zu beheben. Informieren Sie sich besser bei einem Anwalt oder dem Mieterschutzbund, bevor Sie aktiv werden.

 

Auch wenn eine neutrale Person zwischen den Parteien vermittelt, kann das Konflikte beilegen. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist eine außergerichtliche Streitschlichtung bei Konflikten in der Nachbarschaft sogar obligatorisch. Erst wenn diese scheitert, können die Streitparteien vor Gericht ziehen. Fragen Sie bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung nach den zuständigen Schiedsämtern, dort bekommen Sie Hilfe. In Hamburg dagegen darf sofort Klage eingereicht werden.

 

Geht es tatsächlich vor Gericht, ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll. Nicht alle Policen greifen jedoch bei Nachbarschaftsstreitigkeiten – schauen Sie genau auf die enthaltenen Leistungen. Wichtig: Die Versicherung muss abgeschlossen werden, bevor es vor Gericht geht. Manche Versicherungen übernehmen auch die Kosten für eine Streitschlichtung.

 

Das Nachbarrecht im Norden

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie überhaupt im Recht sind? Dann lohnt ein Blick in die gesetzlichen Vorschriften. Fast jedes Bundesland hat ein eigenes Nachbarrechtsgesetz, das zusammen mit einem Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches das Nachbarrecht regelt. Hier können Sie sich über die Vorschriften in Schleswig-Holstein und Niedersachsen informieren. In Hamburg gibt es kein eigenes Nachbarrechtsgesetz, bei manchen Themen hilft ein Blick in die Hamburgische Bauordnung.

 

So klappt es auch mit Ihren Nachbarn!

So unterschiedlich die Rechtslage in den einzelnen Bundesländern auch ist – generell lassen sich mit den folgenden Tipps die größten Streitthemen vermeiden:

  • Lärm: Es gilt die gesetzliche Nachtruhe in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Einige Hausordnungen schreiben zudem eine Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr vor. Zu diesen Zeiten heißt es, besondere Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen. Fernsehgeräte und Radios z. B. sind dann auf Zimmerlautstärke zu stellen.

  • Grillgerüche: So schön der Duft nach gegrilltem Fleisch vielleicht für einen selbst sein mag – Nachbarn können sich davon wie auch von Rauch, insbesondere von Holzkohlegrills, gestört fühlen. Grundsätzlich können Vermieter durch die Hausordnung oder eine entsprechende Klausel im Mietvertrag das Grillen auf Balkon und Terrasse verbieten. Gibt es bei Ihnen keine derartigen Regelungen, halten Sie unbedingt mit Ihren Nachbarn Rücksprache, ehe Sie den Grill anfeuern. Tipp: Mit einem Elektro- oder Gasgrill können Sie zumindest die Rauchentwicklung durch die Holzkohle verhindern.

  • Überhängende Äste: Wenn einzelne Äste und Zweige Ihres Nachbarn über die Grenze ragen, dürfen Sie diese nicht einfach abschneiden. Ihr Nachbar ist nur dann dazu verpflichtet, den Überhang zu entfernen, wenn dadurch die Nutzung des Nachbargrundstücks beeinträchtigt wird (z. B. zu viel Schatten) oder von den Ästen eine Gefahr ausgeht (z. B. wenn sie drohen abzubrechen und auf Personen fallen könnten).

  • Im Weg stehende Autos: Grundsätzlich darf man fremde Autos abschleppen lassen, die auf dem eigenen Grundstück stehen. Die Abschleppkosten zahlt man erst einmal selbst und kann sie sich später vom Falschparker zurückholen – was aber mühsam sein kann. Deshalb: Wenn Sie sich stark beeinträchtigt fühlen, prüfen Sie zunächst alle anderen Möglichkeiten. Wenn man beispielsweise einen Hinweis darauf hat, wo sich der Fahrer des Fahrzeugs aufhält, sollte man ihn zunächst kontaktieren und freundlich bitten, das Auto umzuparken.

  • Hundegebell: Der Vermieter kann das Halten von Haustieren verbieten. Wenn sie erlaubt sind und Sie sich z. B. häufiger massiv durch Hundegebell gestört fühlen, können Sie versuchen, eine Mietminderung zu erwirken. Wichtig: Führen Sie dafür ein Lärmprotokoll mit Datum, Uhrzeit, Dauer und Stärke der Störung.

 

Die Nachbarschaft feiern

Selbst wenn es mit den Menschen von nebenan vielleicht nicht immer einfach ist – sie gehören zum Leben einfach dazu. Deshalb gibt es einen Tag, der eigens dafür gedacht ist, die Nachbarschaft zu feiern. Der ,,Europäische Tag der Nachbarschaft“ findet am letzten Freitag im Mai statt und will die Menschen in ihrer Nachbarschaft zusammenbringen. Bei den Franzosen heißt er ,,Fête des Voisins”, in  Großbritannien ,,Big Lunch” und in Holland ,,Burendag”. Bei uns in Deutschland – wer hätte es gedacht – ,,Tag der Nachbarn".

 

Und wenn doch einmal Ärger droht, können Sie Konflikte möglicherweise so vermeiden:

 

  • Unterstellen Sie Ihren Nachbarn nicht gleich Böses. Suchen Sie das offene Gespräch und sprechen Sie an, was Sie stört.
  • Bleiben Sie stets konstruktiv und tragen Sie Ihr Anliegen sachlich vor.
  • Nehmen Sie gegenseitig Rücksicht und pflegen Sie einen höflichen, respektvollen Umgang mit Ihren Nachbarn.

 

Also dann auf gute Nachbarschaft!

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Sie haben konkrete Fragen? Auf der Online-Plattform KLUGO können Sie sich zu diversen Themen wie z. B. Mietrecht umfangreich informieren und eine kostenlose Erstberatung und anwaltliche Hilfe einholen.

Illustration: iStock/Mykyta Dolmatov

So schön kann Nachbarschaft sein: In gemeinschaftlicher Initiative  ist in Hamburg-Eimsbüttel  der Stephanus-Garten entstanden. Wie es zu dem Projekt kam, erfahren Sie im Video.

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